Möchtest du spielen?

Zuletzt verändert am 24. Juli 2026 • 1 Min. Lesezeit • 166 Wörter
Mein Spielkamerad, sag mal, willst du es sein, willst du immer immer spielen, willst du mit mir in die Dunkelheit gehen, mit kindlichem Herzen wichtig erscheinen, ganz ernst am Kopfende des Tisches sitzen, Wein und Wasser in Maßen einschenken, Perlen werfen, sich über nichts freuen, seufzend schlechte Kleider anziehen?
Mein Spielkamerad, sag mal, willst du es sein, willst du immer, immer spielen, willst du mit mir in die Dunkelheit gehen, mit kindlichem Herzen wichtig zu wirken, ganz ernst am Kopfende des Tisches zu sitzen, Wein und Wasser in Maßen einzuschenken, Perlen zu werfen, sich über nichts zu freuen, seufzend schlechte Kleider anzuziehen? Willst du alles spielen, was das Leben ist, den verschneiten Winter und den laaaangen Herbst, kann man mit dir schweigend Tee trinken, rubinroten Tee und gelben Dampf? Willst du mit ganzem, reinem Herzen leben, lange schweigen, hin und wieder fürchten, dass der November auf der Ringstraße umherwandert, dieser Straßenkehrer, dieser arme, kranke Mensch, der unter unserem Fenster vor sich hin pfeift? Willst du Schlangen spielen, Vögel, lange Reisen, Züge, Schiffe, Weihnachten, Träume, all das Gute? Willst du den glücklichen Liebenden spielen, Weinen vortäuschen, einen prunkvollen Friedhof? Willst du leben, ewig leben, in einem Spiel leben, das Wirklichkeit wird? Zwischen Blumen auf dem Boden liegen – und willst du, willst du den Tod spielen?