Im Wettbewerb mit den Schwergewichten unter den Einwanderungsländern

Zuletzt verändert am 24. Juli 2026 • 2 Min. Lesezeit • 368 Wörter
Es gibt etwa 10–11 Mio.
Im Wettbewerb mit den Schwergewichten unter den Einwanderungsländern
Bild von Michael Jeltsch
In Deutschland leben etwa 10–11 Millionen Ausländer (Stand: Dezember 2019), was etwa 13 % der Bevölkerung entspricht. Hinzu kommen 1,4 Millionen Flüchtlinge (Statistik)  . Die neue deutsche Regierung hat ernsthafte Pläne, die Arbeitsmigration nach Deutschland zu erleichtern. Es gibt kaum ein Land in Mittel- oder Nordeuropa, das den Bedarf an Arbeitskräften aus dem Ausland nicht erkannt hat. Deutschland hat Erfahrung mit der Anwerbung von Arbeitskräften. Tatsächlich erscheint mir die Zahl von 13 % eher niedrig, doch viele der Ausländer, die schon vor langer Zeit nach Deutschland gekommen sind, besitzen inzwischen einen deutschen Pass. In den letzten Jahrhunderten gab es mehrere massive Einwanderungswellen von Arbeitskräften nach Deutschland (die letzte große Welle fand zwischen 1955 und 1975 statt, hauptsächlich aus der Türkei und Italien). Vielleicht bekommt man deshalb die weltbesten Döner und Pizzen nicht in der Türkei oder in Italien, sondern in Deutschland (New Yorker mögen in Bezug auf die Pizza anderer Meinung sein). Für mich ist es unglaublich, dass die Frage nach der Arbeitsmigration heutzutage in Finnland überhaupt gestellt wird. Es gibt keinen Experten, der bestreiten würde, dass Finnland Arbeitsmigration braucht*. Nicht in der Zukunft, sondern jetzt. Das Problem ist, dass Finnland offenbar erfolgreich darum gewetteifert hat, der unattraktivste Ort für Arbeitsmigration in West- und Nordeuropa zu sein. Ich spreche nicht vom Wetter (ja: Die Kälte und die Dunkelheit sind gelegentlich eine echte Plage), sondern von den bürokratischen Hürden, denen sich selbst hochqualifizierte Ausländer stellen müssen, wenn sie nach Finnland kommen wollen. Es werden zwar einige Fortschritte erzielt (z. B. können Aufenthaltsgenehmigungen für Studierende nun so lange gelten, wie ihr Studium dauert), und das Ziel der aktuellen Regierung ist es, die Quote der arbeitsbezogenen Zuwanderung zu verdoppeln. Doch im Wettbewerb um Arbeitskräfte legen alle anderen europäischen Länder noch einen drauf. Um auch nur annähernd wettbewerbsfähig zu sein, muss sich noch viel mehr ändern, wie Tuula Haatainen kürzlich in einem Gastbeitrag für die größte skandinavische Tageszeitung „Helsingin Sanomat“  schrieb. Leider ist das derzeitige System für die Industrie nicht förderlich, wie ein weiterer Meinungsbeitrag eines betroffenen Unternehmers  zeigt.*Experten, die das Gegenteil behaupten, lassen ihre ideologischen Vorurteile über ihre Fachkompetenz siegen. Aufgrund ihres Interessenkonflikts sollte ihre Meinung nicht zählen. Es ist nur eine Meinung; unvoreingenommene Experten haben die Fakten auf ihrer Seite.