Unsere erste OER (Open Educational Resource)

Zuletzt verändert am 24. Juli 2026 • 3 Min. Lesezeit • 480 Wörter
Als ich meine neue Stelle an der Fakultät für Pharmazie antrat, war klar, dass ich mehr formalen Unterricht halten würde als zuvor.
Unsere erste OER (Open Educational Resource)
Bild von Michael Jeltsch
Als ich meine neue Stelle an der Fakultät für Pharmazie antrat, war klar, dass ich mehr formalen Unterricht halten würde als zuvor. Auch wenn ich bereits zuvor Vorlesungen gehalten habe, habe ich dabei in der Regel lediglich einen Konferenzvortrag angepasst, in dem ich die Forschungsarbeit unseres Labors vorgestellt habe. Für Bachelor-Studierende reicht das jedoch nicht aus, weshalb ich meine Vorlesungen nun von Grund auf neu zusammenstelle. Obwohl viel von „Open Science“ die Rede ist, gibt es für die Themen, die ich unterrichte – Gen- und Protein-Engineering, Proteinwirkstoffe, Biologika –, kaum oder gar keine offenen Bildungsressourcen. Da ich der Meinung bin, dass es mehr frei zugängliches Lehrmaterial geben sollte, habe ich beschlossen, meine Vorlesungen frei zugänglich zu machen. Mir wurde jedoch schnell klar, dass es sehr schwierig ist, urheberrechtlich geschütztes Material durch freie Alternativen wie Public Domain  oder unter einer Creative-Commons-Lizenz  lizenziertes Material zu ersetzen. 80 % der Bilder und Illustrationen lassen sich leicht ersetzen, die nächsten 15 % kosten genauso viel Zeit wie die ersten 80 %, und für die letzten paar Bilder scheint es unmöglich, urheberrechtsfreie Alternativen zu finden. Letztendlich habe ich den Löwenanteil des Materials selbst erstellt. Für diese konkrete Vorlesung habe ich kein brauchbares Bild von Judah Folkman gefunden. Natürlich könnte ich, wenn Geld keine Rolle spielen würde, einfach eines für ein paar hundert Dollar kaufen, aber es wäre dennoch nicht möglich, dass andere es wiederverwenden könnten. Als vorübergehende Lösung habe ich selbst ein Bild gezeichnet. Ich kann nicht gut zeichnen, helft mir bitte, wenn ihr könnt! Heute habe ich endlich meine erste Vorlesung in die Library of Open Educational Resources  hochgeladen: https://aoe.fi/#/materiaali/1212  . Es handelte sich um eine Einführungsvorlesung zum Thema Entdeckung und Entwicklung von Proteinwirkstoffen für Bachelor-Studierende der Pharmazie (Kurs PROV-105), die am 9. September 2020 gehalten wurde. Die „Library of Open Educational Resources“ wird vom finnischen Bildungsministerium gepflegt. Außerdem habe ich einen Eintrag in die Merlot-Sammlung (die wohl der größte OER-Katalog ist) vorgenommen: https://www.merlot.org/merlot/viewMaterial.htm?id=773405613.Allerdings  bin ich mit der Situation nicht ganz zufrieden, da ich die Vorlesung mit Google Slides vorbereitet habe. Warum Google Slides? Leider ist dies die einzige funktionierende Software für die gemeinsame Bearbeitung von Präsentationen in Echtzeit. Aus diesem Grund ist die Originalversion der Vorlesungsfolien nicht auf aoe.fi verfügbar. Es gibt jedoch einen Link zu den Google Slides. Selbstverständlich habe ich dieselbe Präsentation nach der Konvertierung im PDF- und ODF-Format sowie alle bearbeitbaren Quelldateien (größtenteils im SVG-Format) beigefügt. Und sollte die gemeinsame Online-Bearbeitung von LibreOffice  endlich nutzbar werden, werden wir wahrscheinlich auf diese umsteigen und Google Slides nicht mehr verwenden. Die Live-Online-Version ist die nützlichere Ressource. Abgesehen davon, dass es sich hierbei um die Originalversion der Präsentation handelt, wird sie auch regelmäßig aktualisiert (da ich diesen Vortrag wiederholt halten werde), während die hochgeladene PDF-/ODF-Datei mit der Zeit immer mehr veralten wird.UPDATEIch habe es inzwischen geschafft, eine weitere Vorlesung  auf https://aoe.fi  hochzuladen. Alle meine zukünftigen Beiträge werden auf meiner Sammelseite  verfügbar sein.* *