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Ich habe einen interessanten Blogbeitrag von Steven Novella zum Thema Biohacking gelesen.
Bild von Michael JeltschIch habe einen interessanten
Blogbeitrag von Steven Novella über Biohacking
gelesen. Ich stimme voll und ganz zu, dass die meisten Menschen, die Biohacking propagieren, nichts tun, was die Verwendung dieses Begriffs rechtfertigen würde. Ein neuer Begriff sollte verwendet werden, wenn man etwas konzeptionell Neues tut. Die Verwendung des Begriffs „Biohacking“ und seine Beziehung zur DIY-Biologie sowie zu verschiedenen Bewegungen der Körpermodifikation hat sich jedoch noch nicht gefestigt. Die Definition von Biohacking als „Freiheit, die Biologie tiefgreifend zu erforschen“ macht den Begriff ziemlich bedeutungslos. Der Begriff „Hacking“ hat (zu Recht oder zu Unrecht) schon immer die Vorstellung beinhaltet, etwas Illegales oder zumindest grenzwertig Legales zu tun. Um dieser Analogie zu folgen, könnte Doping im Sport als Biohacking betrachtet werden (nicht jedoch Kaffeetrinken – ungeachtet der Tatsache, dass Kaffee für manche Menschen durchaus die Kriterien für Doping erfüllt). Andere Beispiele, die ich als „echtes“ Biohacking bezeichnen würde, wären der Einsatz von CRISPR/Cas zur Veränderung der eigenen DNA oder die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Krankheiten in der eigenen Garage. Die Frage ist: Macht das überhaupt jemand? Die Entwicklung solcher Techniken unterliegt sowohl in der akademischen Forschung als auch in kommerziellen Unternehmen strengen Vorschriften, und echte Gentechnik birgt reale Risiken. Es überrascht nicht, dass die Strafverfolgungsbehörden nicht gerade begeistert sind von einer weiteren Subkultur, die sie auf Anzeichen von
Bioterrorismus
überwachen müssen. Allerdings werden die Werkzeuge immer einfacher zu bedienen, und „Garagen-Biotechnologie“ ist eine reale Erscheinung (zumindest hielt „Nature“ sie für einen
News-Beitrag
wert). Vor einiger Zeit habe ich mir einen Vortrag von Thomas Landrain angehört, einem der Köpfe hinter dem
La Paillasse-Labor
(Thomas: Du hast versprochen, dass die Webseiten von La Paillasse ins Englische übersetzt werden!), einem Biotech-Labor, das ohne jegliches Startkapital in einer Garage in einem Pariser Vorort gegründet wurde. Dort wird ziemlich interessante Forschung betrieben (siehe z. B.
diesen Artikel
über seine Sichtweise auf die DIY-Biologie). Es gibt auch Konferenzen zum Thema DIY-Biologie:
https://www.synenergene.eu/news-item/paris-conference-what-can-do-it-yourself-biology-do
. Aber wann wird aus DIY-Biologie Biohacking? Die Modifizierung von E. coli-Bakterien zur Produktion von
Erythropoetin
, um dieses anschließend aufzureinigen und sich selbst zu injizieren, um die sportliche Leistungsfähigkeit zu steigern, würde sicherlich als Biohacking gelten. Meiner Meinung nach wäre dieses Beispiel angesichts des aktuellen Stands der DIY-Biologie-Technologie tatsächlich machbar…