Mit reinem Herzen

Zuletzt verändert am 24. Juli 2026 • 1 Min. Lesezeit • 78 Wörter
Eines der bekanntesten ungarischen Gedichte. So kraftvoll und wahr heute wie vor 100 Jahren
Mit reinem Herzen
Bild von Michael Jeltsch

Mit reinem Herzen

Keine Mutter, vaterlos,
keinen Gott und heimatlos,
keine Wiege, kein Grabtuch,
kein Geliebte ohne Kuss.
 
Seit drei Tage As ich nichts,
nicht zu viel, weil nicht viel gibts,
zwanzig Jahre ist mein’ Macht,
zwanzig Jahre gebe ab.
 
Sofern keiner haben will,
nimmt der Teufel in Goodwill
reinem Herzen breche ein,
wenn nötig, auch Mörder sein.
 
Wirst gefangen, aufgehängt,
frommer Erde zugedeckt,
wo tödlicher Rasen wächst,
auf mein wunderschönes Herz.

József Attila, März 1925 (Übersetzung: Antal Mucsi)